8. Februar 2017

Mittelfelder Kurier #6: Die Marine Le Pen von Mittelfeld



Die Offene Schule, jüngste Bildungsinitiative des Kultusministeriums, ermöglicht es Eltern und Großeltern, gemeinsam mit ihren Sprösslingen am Schulunterricht teilzunehmen.

Die erste Mittelfelderin, die die neue Chance nutzt, ist Marianne Bokel, Leiterin des örtlichen Seniorenwohnheims. Gemeinsam mit ihrer Enkelin Frauke sitzt sie dreimal wöchentlich im Französischunterricht.

Die Lehrerin, diese linksversiffte Ökoschlunze, gefällt mir zwar nicht, sagt Marianne Bokel, aber leider ist sie hier in der Gegend das einzige Subjekt, das Französisch kann.

Nach ihrer Motivation gefragt, antwortet Marianne Bokel, ihrem Idol näher sein zu wollen, der französischen Politikerin Marine Le Pen (Front National). Zukünftig will ich Madame Le Pens Facebook-Postings und Twitter-Tweets lesen können, erklärt Marianne Bokel.

Dem Mittelfelder Kurier gegenüber hat die zuständige Lehrerin Dorit Kersting eine vorläufige Beurteilung der neuen Schülerin abgegeben: Frau Bokel fällt es schwer, sich auf den Unterricht einzulassen. Anstatt Schritt für Schritt die Grundlagen der französischen Sprache zu erlernen, interessiert sie sich vor allem für die Übersetzung rechtspopulistischer Parolen. Aufgrund mangelnder Integrationsbereitschaft werde Marianne Bokel der Gastschülerinnenstatus wohl bald entzogen werden müssen.


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